Frankfurts Schülerinnen und Schüler sind politisch!

Peter Feldmann besucht die Liebigschule

 

Vor sechs Jahren war er das letzte Mal an der Liebigschule — damals als Kandidat, heute als Oberbürgermeister von Frankfurt am Main. Nach einer Schulführung über Sternwarte, Bienengarten & Co. wurde Peter Feldmann in der Aula von Schülern und Schülerinnen sowie Lehrern befragt und ausgequetscht. Am Ende nahm er sich noch die  Zeit für ein kurzes Interview mit der Schülerzeitung Liebigstar (LS).

 Liebigstar: Wieso ist Ihnen das politische Engagement von Frankfurter Schülern eigentlich so wichtig?

 Peter Feldmann: Weil Frankfurts Schüler schon zu meiner Zeit diejenigen waren, die ihre Schule verbesserten. Sie demonstrierten immer in der ersten Reihe. Sei es wie zu meiner Zeit bei Ungerechtigkeiten im Bildungsbereich oder wenn irgendwo auf der Welt ein Krieg ausbrach. Damals, als es Krieg im Irak gab, haben unsere Schüler ein Zeichen für den Frieden gesetzt. Das heißt: Frankfurts Schüler und Schülerinnen waren und sind schon immer sehr politisch!

 LS: Als ehemaliger Stadt-Schulsprecher: In welchen Problembereichen an Frankfurter Schulen kann man mit mehr Engagement vieles verändern?

 Feldmann: Auf jeden Fall bei der Unterrichtsgestaltung, bei der Frage der Durchsetzung von mehr Projektunterricht und mehr Praxisorientierung im Unterricht. Das heißt, die richtige Mischung von Büchern und Rausgehen. Da sind viele Möglichkeiten, die noch nicht genutzt werden.

 LS: Wie sind sie darauf gekommen Oberbürgermeister zu werden und haben sie sich das als Traumberuf vorgestellt?

 Feldmann: Ich habe mir das tatsächlich erst im Jahre 2011, ein Jahr vor der Wahl, überlegt, da ich gemerkt habe, dass mir viele Dinge in dieser Stadt nicht gefallen beziehungsweise nicht in Ordnung waren. Ich habe gedacht, es wäre ja eine ganz interessante Sache, wenn jemand, der nicht der klassische Spitzenpolitiker ist, Oberbürgermeister wird. Ich hatte viel Widerstand, weil ich aus Sicht der Medien keine Chancen hatte. Umso schöner war es für mich, dass ich dann tatsächlich gewählt wurde. Meine Ziele waren schon immer, dass Bildung mehr gefördert wird, dass mehr gegen Kinderarmut gemacht wird, dass der Wohnungsbau vorangetrieben wird und dass Frankfurts Internationalität nicht mehr negativ gesehen wird.

 LS: Auf welche Innovationen im Sanitärbereich können wir uns einstellen oder auch freuen? Wird es zum Beispiel vereinfacht, für Schulen Geld für Sanierungen zu beantragen?

 Feldmann: Früher gab es Abteilungen für Bau und Sanierungsbereich im Schulamt. Außerdem gab es entsprechende Leute beim Planungsamt. Die Frage war immer, wer für was zuständig war. Dieses Problem ist jetzt gelöst, da die zuständigen Baubehörden jetzt in einem Amt sitzen und dort ab dem 1. November auch zusammenarbeiten. Das freut mich sehr, weil damit auch die Konkurrenz zwischen den beiden Behörden beseitigt wird. Dadurch sind sie gezwungen miteinander zu reden, was jahrelang nicht der Fall war.

  LS: Wie stellen Sie sich die technische Ausrüstung an den Schulen vor?

 Feldmann: Es sollte zukünftig so sein, dass jedes Kind einen   Computerarbeitsplatz hat. Und zwar nicht nur in Computerkursen, sondern    auch im normalen Unterricht.

  LS: Wie lange dauert das ungefähr noch?

 Feldmann: Das kann ich euch leider noch nicht sagen, wir bemühen uns aber, dass möglichst schnell etwas passiert.

 

(Teile des Interviews sind gekürzt.)
© Liebigstar 2017