Fairtrade-AG

gedicht1Die Fairtrade-AG der Liebigschule ist Teil der Umweltgruppe.

Jahrgangsübergreifend engagieren sich hier Schüler*Innen von der 6. Jahrgangstufe bis Q4 zu Themen des fairen Handels.

In die AG fließen die Kenntnisse der Schüler*Innen ein, die im April 2018 an der Ersten Faitrade-Schüler*Innen-Akademie im Haus am Dom in Frankfurt teilgenommen haben und dort zu Fairtrade-Botschaftern ausgebildet wurden. Mit sieben Schüler*Innen haben wir dort an verschiedenen Workshops zu unterschiedlichen Themen des Fairen Handels teilgenommen.

Den Workshop zum Thema Smartphone-Produktion konnten wir nun sogar hier an die Liebigschule holen, wo er im Rahmen der Menschenrechtswoche vom Entwicklungspolitischen Netzwerk Hessen e.V. unter der Leitung von Frau Rebekah Irving angeboten wurde.

Hier geht es um die Hintergründe und Arbeitsbedingungen der Menschen, Auswirkungen auf die Umwelt sowie die Zusammenhänge mit Bürgerkrieg und Waffenhandel bei der Gewinnung der Rohstoffe z.B. im Kongo und die Arbeitsbedingungen unter denen Handys z.B. in China zusammengebaut werden.

Wir führen nun auch dauerhaft eine Handy-Sammelaktion durch, damit die wertvollen Rohstoffe, die in diesen Geräten enthalten sind, recycelt werden können.

fairtrade1Ein Vormittag während der Menschenrechtswoche war dem Thema Fairtrade gewidmet. In der Aula gab es Vorträge von Referenten, die über das Konzept von Fairtrade informiert haben.

Schwerpunkte waren hierbei die Themen rund um die Herstellung von Handys, Schokolade und Fußbällen. Die konventionelle Produktion ist in der Regel mit erschreckenden Lebens- und Arbeitsbedingungen für die Menschen – häufig sogar Kinder – verbunden.

Fairtrade-Konzepte bei der Herstellung dieser Produkte haben im Gegensatz dazu das Ziel z.B. stabile Preise zu garantieren und über eine Prämie die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern z.B. hinsichtlich des Zugangs zu Bildung und Gesundheitsversorgung.fairtrade7

Die Referenten der Vorträge waren Frau Berit Schurse, die Info-Referentin des Weltladen Aschaffenburg sowie Herr Robert Weber, der Gründer der BAD BOYZ BALLFABRIK e.K., die faire Fußbälle produziert.

Dem Thema Fairtrade bei der Kakao- und Schokoladenproduktion hat sich die Fairtrade-AG in den letzten Monaten besonders gewidmet. Hierzu wurde in der Menschenrechtswoche ein Workshop von der Verbraucherzentrale Hessen e. V. von Frau Regina Scholz durchgeführt.

Außerdem gab es die ganze Woche über einen Verkaufsstand mit fair gehandelten Schokoladen-Produkten.

In der Caféteria werden nun auch fair gehandelte Schokoriegel und Kekse, Kakao etc. angeboten.

Auch am Tag der offenen Tür gibt es wieder einen Infostand sowie fair gehandelte Schokoriegel & Co.

 

 

Schülerkommentare zu den Aktivitäten während der Menschenrechtswoche und ihrer Motivation für ihr Engagement in der Fairtrade-AG:

„Ich fand den Workshop spannend & interessant. Ich wusste nicht, dass es so viel Kinderarbeit gibt und fand es erschreckend.“

„Ich bin in der Fairtrade-AG, weil ich es erschreckend finde, dass Kinderarbeit bei Kakaoanbau usw. stattfindet und Menschen schlecht behandelt und/oder nicht oder sehr wenig bezahlt werden.“

„Mich hat es erschreckt, dass Kinder jeden Tag 20kg schwere Säcke tragen müssen, damit kein Geld verdienen und Rückenschäden bekommen.“

„Ich möchte denen helfen, die Hilfe brauchen.“

„Ich möchte die Welt ein Stückchen besser machen.“

„Ich wusste noch nicht viel über Schokoladenherstellung.
Die Kinderarbeit hat mich erschreckt und ich achte demnächst auf Fairtrade-Siegel.“

„Ich möchte, dass Leute, denen es schlecht geht, ein besseres Leben bekommen.“

 

 

Wir hatten uns bereits sehr darauf gefreut, als wir gehört hatten, dass es die Möglichkeit gibt, an einem Fairtrade-Workshop teilzunehmen und sich dabei zum Fairtrade-Botschafter ausbilden zu lassen.

Wir trafen uns zu siebt mit Frau Ottmann vor dem Haus am Dom, um dort an der Veranstaltung teilzunehmen, die mit einem interessanten Musical begann. Es warnzwar eher für jüngere Zuhörer gemacht, doch schlussendlich erklärte es gut die Idee des Fairtrade-Konzepts.

Bereits im Vorhinein konnten wir uns in Workshops eintragen und wir hatten uns für die Themen "Frauenrechte", "politisches Engagement", "Was ist eigentlich Fairtrade?" und "Überzeugend Argumentieren" entschieden.

Bei ersterem konnten wir eine Frau aus Kolumbien kennenlernen, die uns von einem Projekt in ihrer Heimat erzählte, mit dem sie speziell die Unabhängigkeit von Frauen fördern wollen. Sie gründeten eine eigene Imkerei und bieten nun Workshops für Männer und Frauen in Kolumbien an, um die derzeitigen sozialen Strukturen dort aufzubrechen und den Unterschied der Geschlechter zu minimieren. Hierbei kamen wir ins Gespräch mit Schülern von Schulen, die bereits die Auszeichnung der Fairtrade-schools besitzen und uns wichtige Tipps zur Umsetzung und auch Ideen geben konnten.

Der zweite Workshop stellte sich als eine Art Gruppenarbeit mit Rollenspiel dar, bei welchem wir verschiedene Formen politischen Engagements anhand eines aktuellen Beispiels vorstellen sollten. Vorgestellt wurde hierbei der Flashmob, die Demonstration, die Blockade und die Möglichkeit, eine Petition zu starten.

In "Was ist eigentlich Fairtrade?" wurden mehrere Beispiele für Plantagen, auf denen faire Arbeitsbedingungen herrschen, genannt. Anschließend wurden die sozialen und ökologischen Vorteile von Fairtrade vorgestellt. Dann wurden wir in Gruppen eingeteilt und sollten uns in diesen Gruppen mit einem bestimmten Thema beschäftigen, dass wir anschließend den anderen vorstellten. Dabei wurden uns verschiedene Arbeitsmaterialien gegeben, die man verwenden konnte. Darunter waren Bilder, Texte und Karten.

"Überzeugend Argumentieren" begann mit einer Präsentation, bei der mehrere gute Argumente für das Thema Fairtrade vorgestellt und sinnvolle Reihenfolgen der Argumente genannt wurden. Uns wurde beigebracht, wie man die Argumente gut strukturiert. Zum Schluss wurden uns Rollen zugeteilt, zum Beispiel der eines Großlieferanten. Andere sollten dann diese Leute mit den vorher gelernten Mitteln überzeugen.

Insgesamt war es ein schöner Tag, bei dem wir viel über das Thema Fairtrade, aber auch über die allgemeine Lebenssituation von Menschen in anderen Ländern sowie die Möglichkeiten des politischen Engagements und der argumentativen Durchsetzungsfähigkeit lernen konnten.

Wir sind sehr froh, dabei gewesen zu sein.