Geschichte

 

Beim 65. Europäischen Wettbewerb war dieses Jahr die Liebigschule gleich mehrfach erfolgreich. Florentine Imeri, Pauline Riehl, Laetitia von Westernhagen, Shakée Knolle-Akyuz und Moavis Ahmed erzielten einen Anerkennungspreis, Maren Fritz und Nurcan Satir einem Landespreis. Hannah Politycki wurde mit einem Landespreis mit besonderer Anerkennung für Ihre Rede ausgezeichnet. Kim Weiskopf erhielt gar einen der begehrten Bundespreise

Am 10. November zeigte das Erste Irische Fernsehen (RTE 1) zur besten Sendezeit eine 25minütige Dokumentation über ein Projekt, das 15 Schülerinnen und Schüler der Liebigschule mit Gleichaltrigen aus verschiedenen Countys der Republik Irland und aus Nordirland zusammenbrachte. Der 11. November wird in Irland jährlich als Armistice Day begangen und erinnert an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. In dem Projekt „My Adopted Soldier“ erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler Biographien, die im Juni in Belgien vorgestellt wurden. Auf der viertägige Begegnungsreise über die Schlachtfelder Flanderns und die dortigen Soldatenfriedhöfe wurde die Gruppe von einem irischen Fernsehteam begleitet.

Der Film ist online:

https://www.rte.ie/player/de/show/nationwide-21/10801453/?ap=1

 

1917 standen sich im Ersten Weltkrieg in einer der blutigsten Schlachten bei Ypern in Belgien deutsche und irische Soldaten gegenüber. Hundert Jahre später erkundeten insgesamt 30 Schülerinnen und Schüler der Liebigschule und aus verschiedenen Countys der Republik Irland und aus Nordirland die historischen Spuren und Erinnerungsorte in Flandern.

Schülerinnen und Schüler des Vorleistunskurs Geschichte (E-Phase) trafen sich Anfang Februar zum Auftakt eines Europaschulprojekts zum Ersten Weltkrieg, das sie mit Gleichaltrigen aus Irland verbinden wird.

Seit Jahren gehören Gedenkstättenfahrten zum pädagogischen Profil der Liebigschule, angeboten für Schülerinnen und Schüler des Q2-Jahrgangs im Fach Geschichte.

In diesem Schuljahr meldeten sich 15 Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Geschichtskursen zu dieser Fahrt an; Ziel war die Gedenkstätte im ehemaligen KZ-Dachau, die Auseinandersetzung mit den ungeheuerlichen Verbrechen des Nationalsozialismus, zunächst in Deutschland, dann, mit Ausbruch des Vernichtungskriegs, in den vielen Ländern unter deutscher Besatzung und Herrschaft. Untergebracht im Jugendzentrum Dachau wurde die Gruppe vor Ort vom Max-Mannheimer-Studienzentrum betreut. Diese Form außerschulischen Lernens hat sich als außerordentlich fruchtbar erwiesen, und das lag, nicht zuletzt, an dem sehr engagierten und umfassend informierten Referenten, Christoph Zehner, der die Gruppe die gesamten vier Tage betreute: Zunächst beim Erkunden des ehemaligen KZ, dann bei den Seminartagen, die in der Jugendbegegnungsstätte stattfanden, am letzten Vormittag im NS-Informationszentrum in München. Eine Fülle von Themen wurden vorgestellt und von den Schülerinnen und Schülern selbst intensiv bearbeitet: Die Ideologie des Nationalsozialismus, sein Weg zur bestimmenden Kraft in Deutschland, die Bedeutung, die dabei München und Bayern nach dem Ende des Ersten Weltkriegs spielten, dann aber auch die Schwierigkeit zu einem angemessenen Erinnern dieses düsteren Kapitels deutscher Geschichte zu gelangen, insbesondere in München, das, von den Nazis als "Stadt der Bewegung" bezeichnet, von zentraler Bedeutung für die Ausbildung einer rechtsradikalen Ideologie, ihrer Etablierung zunächst in der dortigen bayerischen Gesellschaft, dann der Durchdringung von Staat und Gesellschaft im gesamten Deutschland und damit für die Verbrechen der Diktatur steht. Letzeres wurde allein schon durch die Tatsache augenfällig, dass man erst vor wenigen Jahren am Ort des vormaligen sogenannten "Braunen Hauses", der Parteizentrale der NSDAP, ein Bildungszentrum errichtete, das sich der Nazi-Vergangenheit in umfassender Form mit den Mitteln moderner Museumspädagogik stellt. Für die Schülerinnen und Schüler gewinnbringend war dabei, dass ihnen kein im Letzten durchgeplantes Programm vorgesetzt wurde, sondern sie sich für einige Unterthemen selbst entscheiden konnten, wie zum Beispiel die Themen Ausgrenzung und Verfolgung von Juden, Sinti und Roma, Jugend im Dritten Reich – in den Organisationen der Nationalsozialisten, als Gegner des Systems, als dessen Verfolgte.

Die Gruppe hinterließ einen sehr positiven Eindruck bei den Vertretern des Max-Mannheimer-Studienzentrums einen sehr positiven Eindruck. Dies verspricht eine weiterhin erfolgreiche und fruchtbare Zusammenarbeit für die Schülerinnen und Schüler der Liebigschule für die nachfolgenden Jahrgänge zur Abrundung und Vertiefung der in der Q2-Phase vermittelten Inhalte des Geschichtsunterrichts.

Frankfurt am Main, den 15. Juli 2016

Michael Spang