Der Leistungskurs Biologie der Liebigschule Frankfurt hat 2018 dank der Initiative ihrer lehrerin, Helga Langer, einen Kalender zum Thema "Fake-News 2019" gestaltet und verkauft. Auf den Kalenderblättern wird jeweils ein ökologisches Problem mit Playmobil-Figuren in belebter Umwelt nachgestellt. Eine kurze Bildunterschrift benennt das menschliche Fehlverhalten. Auf einem zusätzlichen Infoblatt beschreiben die Schüler*innen, warum das jeweilige Verhalten der Menschen unsere Umwelt bedroht und was wir besser machen können.

Der Kalenderverkauf brachte einen Erlös von 968,50 €, der an die Bürgerhilfe Sozialpsychiatrie Frankfurt gespendet werden soll. Das Geld übergeben wir am Montag, den 15.04.2019  um 14:00 Uhr im Rahmen unserer Tutorenstunde an die Vertreter des Vereins.

Als Beispiel: Ein Kalenderblatt und der dazugehörige Infotext.
April: Bienensterben (Petra Odenwald)


Seit mehreren Jahren sind die Imker weltweit dazu gezwungen, nach jedem Winter eine Bestandsaufnahme ihrer Bienenvölker durchzuführen. Dabei müssen sie immer wieder feststellen, dass über den Winter fast ein Drittel ihrer Bienen verstorben ist. Einige der toten Bienen sterben eines natürlichen Todes, doch bei den meisten Tieren gibt es dafür andere Gründe.
Bisher ist noch weitgehend unklar, was die Gründe für den dramatischen Anstieg des Bienensterbens sind, doch trotzdem kennt man jetzt schon viele schädliche Einflüsse auf die Bienen. Das Bienensterben ist kein regionales Problem, sondern betrifft uns weltweit. Doch vor allem in Europa und Deutschland macht die Varroamilbe den Bienen zu schaffen. 1977 wurde sie aus Asien eingeschleppt. Die Milbe ernährt sich vom Blut der Bienen und bevorzugt von deren Larven und verbreitet dabei ähnlich wie Zecken bei uns Menschen Krankheitserreger, welche die Bienen stark schwächen oder töten können. Bisher konnte noch kein Mittel gegen die Milbe gefunden werden, welches nicht gleichzeitig die Bienen angreift, oder zu wirkungslos ist. Des Weiteren bedrohen auch Pflanzenschutzmittel den Bestand der Bienen. Viele Pestizide und vor allem Neonikotinoide, welche zur Saatgutbehandlung eingesetzt werden, schaden den Bienen sehr. Meist greifen die Mittel das Nervensystem der Tiere an. Sie verlieren die Orientierung, finden nicht mehr zu ihrem Bienenstock zurück und/oder verhungern. Das Nichtwiederkehren in ihren Stock bezeichnet man auch als „Colony Collapse Disorder“. Doch auch eine von Jahr zu Jahr immer schwächere Immunabwehr der Bienen erhöht das Risiko ihres Todes. Weshalb ihr Immunsystem immer schwächer wird, konnte bis heute noch nicht erforscht werden. Bisher geht man davon aus, dass eine einseitige Ernährung, wie auch bei uns Menschen, durch immer häufiger werdende Monokulturen zu einer Abnahme der Immunabwehr führt. Auch generell versterben immer mehr Bienen aufgrund von weniger natürlichen Flächen und anderen Gefahren der Stadt.
Die Folgen des Bienensterbens sind für uns Menschen gravierend. Aufgrund weniger Bienen gibt es für uns immer weniger Ernte. Das hat natürlich Auswirkungen auf unsere Ernährung, aber auch auf die Wirtschaft, da die Landwirtschaft einen großen Anteil an der Weltwirtschaft hat. Weiterhin würde es darauf hinauslaufen, dass wir Menschen die Pflanzen selber bestäuben müssten, wie es heutzutage schon in einigen Regionen Chinas der Fall ist, wo Bienen schon ausgestorben sind.
Um das Bienensterben etwas zu entschleunigen, kann jeder von uns einen kleinen Beitrag leisten. Menschen mit einem Garten oder Balkon können zum Beispiel Wildkräuter anpflanzen beziehungsweise generell viele Blütenpflanzen einsäen. Abgesehen davon sollte auf Pflanzenschutzmittel verzichtet werden und auch Überwinterungshilfen oder Nistmöglichkeiten angeboten werden. Auch der Einkauf von Bio Produkten, welche mit weniger Pflanzenschutzmitteln produziert werden, hilft den Bienen weiter.
Quellen:
https://www.swr.de/swr4/rp/ratgeber/bienensterben-so-helfen-sie-den-bienen/-/id=263958/did=19371700/nid=263958/15o8kj8/index.html
http://www.bee-careful.com/de/initiative/bienensterben-ursachen-folgen
https://www.planet-wissen.de/natur/insekten_und_spinnentiere/bienen/pwiebienensterben100.html