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Gedenkstättenfahrt der Q2 nach Dachau

Gedenkstättenfahrt der Q2 nach Dachau

Unsere Reise begann am Frankfurter Hauptbahnhof um 7:30 Uhr. Von Gleis 9 aus fuhren wir mit dem ICE, sodass wir um 14 Uhr in der Max Mannheimer Jugendherberge ankamen. Noch am gleichen Tag hatten wir sie Möglichkeit ein Zeitzeugengespräch mit Dr. Eva Umlauf zu führen. In diesem erzählte sie uns über ihre Geburt im Zwangs- und Durchgangslagers Nováky und weiteren Konfrontationen mit Antisemitismus in ihrem heutigen Leben.

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Auch ging es um ihre Deportation in das Arbeitslager Auschwitz, in welchem sie und ihre junge Mutter von ihrem Vater getrennt worden sind und bis zur Befreiung durch US-Soldaten lebten. 2016 veröffentlichte sie ein Buch mit dem Titel „Die Nummer auf deinem Unterarm ist blau wie deine Augen“ von dem sie uns berichtete.

Am nächsten Vormittag erarbeiteten wir uns in Kleingruppen die verschiedenen Seiten des Lagers bzw. das Leben der Opfer und Täter. Dies diente als Vorbereitung zu unserem eigentlichen Besuch der Gedenkstätte Dachau am Nachmittag. Dort besuchten wir einen kleinen Teil der Ausstellung im Wirtschaftsgebäude, die Lagergefängnisse mit Berichten über den Umgang des Wachpersonals mit den Häftlingen, sowie eine Baracke, in der es eine Ausstellung über die Unterbringung und Lebensumstände der Gefangenen gab. Zum Ende des Tages besuchten wir das alte sowie das neue Krematorium mit zugehöriger Gaskammer. Während der Herrschaft des NS-Regimes wurden dort die Leichen der verstorbenen Häftlinge verbrannt.

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Am nächsten Morgen besuchten wir wieder die Gedenkstätte. Dort beschäftigte sich eine Gruppe mit den Gedenkorten bspw. das jüdische Mahnmal, die katholische Todesangst-Christi-Kapelle und das Karmel Kloster HI. Blut. Es handelt dabei um einen Nonnenkloster, welches von einem ehemaligen Häftling und Priester Johannes Neuhäusler gegründet wurde. Spontan stellte sich eine der 14 Nonnen bereit uns über die Gründung und den Einfluss der Ideenträgerin Maria-Theresia zu erzählen.

Die andere Gruppe, beschäftigte sich mit der restlichen Ausstellung, welche im Wirtschaftsgebäude lokalisiert ist und schauten einen Film über den Ablauf der NS-Herrschaft und der Geschichte des Lagern von 1933 bis 1945 an.

Nachmittags wanderten wir zum SS-Schießplatz in Herbertshausen. Dieser schließt fünf Schießbahnen und zwei Schießstände ein. Dort aufgestellte Informationstafeln berichteten von verschiedenen Geschehnissen, sowie Geschichten über die kaltblütige Erschießung von über 4000 sowjetischer Kriegsgefangenen. Gedacht wird diesen durch lange Tafeln die mit den bekannten Namen der Opfer beschriftet sind. Diese werden durch Recherche immer weiter ergänzt.

Am vierten Tag unserer Reise ging die eine Gruppe in die Dachauer Altstadt, um die Beziehungen zwischen Stadt und Lager zu analysieren. Zuerst besichtigten wir die Stelle an der ein Zug mit Häftlingen aus Auschwitz ankam. Anschließend besuchten wir ein Schloss, welches von Häftlingen des Lagers gebaut worden ist und einem ehemaligen Schlachthaus in dem ebenfalls Häftlinge arbeiten mussten. Des Weiteren sprachen wir über den Aufstand, der von in Dachau zur Zwangsarbeit genötigten Häftlingen geleitet wurde.

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Die andere Gruppe beschäftigte sich mit Antisemitismus in deutsche Gangsterrap. Dazu analysierten wir Songtexte unter anderem von KC Rebell, Kollegah und Haftbefehl. Als Vorbereitung diente ein kleiner Quiz über den Judentum, sowie eine Diskussion über unsere Sicht auf die heutige Diskriminierung von Juden in Deutschland. Bei der Nachbesprechung strömten dann auch politische Themen mit ein in die Diskussion.

Am Nachmittag lasen und besprachen wir Biografien von einigen Häftlingen und redeten über die Verantwortung von verschiedenen Individuen und Gruppen für den Holocaust. Am Freitag, dem letzten Tag, machten wir uns schon um 9Uhr auf dem Weg zum Marienplatz in München. Dort trafen wir Alexa Gattinger, eine Mitarbeiterin vom FC Bayern München Museum, welche uns durch die Stadt führte, auf den Spuren vom FC Bayern in der NS-Zeit. In den 90 Minuten in denen wir durch die Innenstadt liefen, lernten wir über Orte, welche eine wichtige Rolle in der Geschichte des Vereins und natürlich auch in der Ausbreitung des Nationalsozialismus, spielten.

So zum Beispiel besichtigten wir das Alte Rathaus, wo Hitler in der Nacht des 9. auf den 10. Novembers 1938 die Reichspogromnacht bzw. die ,,Kristallnacht" organisieren ließ und leitete. Eine Gedenktafel in unmittelbarer Nähe des Rathauses erinnert an dieses Ereignis.

Wir liefen die Strecke des Hitler-Putsches entlang und besuchten die Theatinerstraße 35, an der früher ein Geschäft stand, in dem der jüdische Präsident des FC Bayern München Kurt Landauer vorübergehend untergebracht wurde.

Am früheren Standort des Cafés Gisela, welches der Gründungsort des Vereins war, verabschiedeten wir uns schließlich von Frau Gattinger und setzten somit, gefolgt von einer einstündigen, eigenständigen Besichtigung Münchens, unserer Gedenkstättenfahrt unter Begleitung von Frau Mutschler und Herrn Dr. Liepach ein Ende.

Jakob, Tamara, Thu-Trang

Grußwort der Schulleitung

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